Heiliger Bimbam

Nach ein paar Tagen Strand hatten wir Lust auf Kultur bekommen und sind jetzt in Jerusalem.

Auf der einen Seite ist diese Stadt fast Hippie artig entspannt, auf der anderen Seite spürt man an jeder Ecke die Spannungen der verschiedenen Religionen. Doch allen Unkenrufen zum Trotz: Ich fühle mich sehr sicher hier. Die Israelis, egal ob Juden, Moslems oder Christen sind unglaublich offen und gastfreundlich.

Wir fahren mit öffentlichen Bussen zusammen mit verschleierten Frauen und kichernden Schulkindern. Laufen den Ölberg hinunter, trinken Minztee in Ostjerusalem, essen Shiskebab im Armenischen Viertel, stecken Zettel in die Klagemauer und wohnen im Zentrum von Jerusalem in einem kleinen Hotel mit Balkon auf die Straße. Das Gefiedel der Musikanten unten dringt in unser Zimmer, Mirmur schlummert friedlich mit ihrem Papa im Bett und ich überlege, wie unsere weitere Route aussieht.

Ein paar Dinge habe ich hier gelernt:

– Reisen mit Baby ist unkomplizierter als ich dachte. Aber alles ist etwas langsamer und Planung eher eine Farce.

– Eine (!) Sehenswürdigkeit am Tag genügt.

– Siesta ist das Wichtigste. Gleich nach gutem Essen.

– Mirmur liebt Falafel. Und ich muss mich entspannen, von wegen Keime und so. Zum Ausgleich stille ich sie acht Mal am Tag. An der Klagemauer, in der Grabeskirche, im Bus.

– So eine Reise bringt eine Familie näher zusammen. Muss aber nicht, denn es gibt viel, worüber wir uns streiten können. Meine Angst, in jedem Mülleimer könnte eine Plastikbombe stecken, im Gegensatz zu der Gelassenheit von meinem Ungarn. Oder seine Energie am Morgen, während ich mich noch gut und gerne viermal umdrehen mag. Was aber stimmt: wir lernen uns hier hautnah kennen und meistern alles zusammen. Und das ist ein Fundament, auf dem gebaut werden kann – vielleicht sogar für die Ewigkeit.

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– Israel ist richtig teuer. Ein einfaches Straßen-Menü für zwei kostet 35 Euro, im Restaurant 60. Aber es geht auch anders, wenn man ein paar Dinge wie die Einheimischen macht. Keine Taxis, sondern Busse (das Netz ist hier hervorragend ausgebaut!). Dort essen, wohin sich keine Touristen hin verirren und auf die Kost setzen, die sie essen. Keine Führer, sondern Tipps aus dem ministry of tourism holen wie die kostenlose App, die einen durch die Altstadt von Jerusalem führt. Und das Wichtigste: Handeln. Es ist eine Art Volkssport hier.

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Dieser Beitrag wurde am 26. Februar 2014 um 1:11 veröffentlicht. Er wurde unter Reisen mit Baby abgelegt und ist mit , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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